Ein Lächeln,…ein Lächeln für die Welt

Still, ganz still. Bunt blüht die Welt. Wunderbar duftet der Frühling. Endlich ist er da nach langen kalten Wintertagen. Sanftes Grün wärmt zärtlich das Gemüt.
Ein Lächeln,… ein Glücklichsein Augenblick für Augenblick, Erfüllung vollkommen.
Ausgangssperre, Besuchsverbot! Auf einmal haben wir Zeit.

Gedanken tauchen auf aus dem Nichts, sorglos ziehend wie Wolken im All.
Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Wo geht die Reise hin? Immer höher, immer schneller,
immer weiter? Immer mehr wollen wir bewältigen, und auch noch glücklich sein.
Und nun? Auf einmal steht alles still – alles ruht – hier und jetzt! Was fangen wir an mit so viel Zeit? Nach so langer Zeit!

Siehe da! Still, ganz still! Der Kirschbaum blüht.
Ruhig und tief atme ich ein. Wie schön und friedlich ist der Augenblick!
Der Körper entspannt. Wie Mutter Natur! Er umarmt Fragen und Angst.
Denn der Geist ist Zuhause ganz bei mir – hier und jetzt. Gestern ist vorbei und Morgen noch nicht da.
Ausgangssperre! Blumen lächeln am Wegesrand.
Still, ganz still, ein Lächeln in mitten der Angst. Bunt scheint die Welt.
Horch!! Freude kommt auf – hier und jetzt.

Freundlich atme ich ein
Freude atme ich aus
Hinaus in die Welt

Ja, so soll es sein!
Krise, Schicksalsschlag, ich erinnere mich, damals vor 10 Jahren.Eine Welt brach zusammen, und mit ihr die Familie. Angst! Panik! Warum?
Was hatte ich falsch gemacht, ein Leben lang?? Und dann Stille. Auf einmal war alles richtig, wie es war. Gott sei Dank!! Mit einem Lächeln!
Ein Neuanfang!

Geheimnisvoll birgt jede Krise die wunderbare Chance für einen Neuanfang in sich.
Vielleicht werden aus Tätern und Opfern liebende Menschen mit mehr Mitgefühl und Verständnis.
Vielleicht entwickelt sich ein respektvolleres Miteinander und ein tieferes Verstehen aller Dinge.
Vielleicht wächst ja ganz allmählich eine Gesellschaft mit mehr Menschlichkeit heran, angefangen bei mir selbst. Vielleicht können wir so eines Tages unseren Traum lebendig werden lassen, jeder für sich und alle zusammen, und die wahren Wunder des Lebens wirklich berühren.Fangen wir doch einfach an und gärtnern, und gärtnern mit uns selbst – hier und jetzt.
Wir pflanzen ein Lächeln – hier und jetzt.
Hier und jetzt – ein Lächeln für die Welt.

Geduld

Urgesetz, Urgesetz des Universums, Urgesetz aller Lebewesen
Bäume erzählen uns davon, wenn wir ihnen zuhören, ganz in Stille.
Schweigend in Würde und Achtsamkeit leben sie ihr Schicksal,
einzeln und frei und brüderlich wie ein Wald.
Dazu fallen mir die zauberhaft wahren Worte des Rainer Maria Rilke ein,
die ich heute mit ganzem Herzen lebe und gerne mit euch teile,
besonders in dieser schweren, undurchsichtigen Zeit voller Angst und Ungewissheit.

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht
allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.